Agiles Projektmanagement – welche Methode wann verwendet werden kann

Veränderungsprozess

Agiles Projektmanagement findet in vielen Unternehmen immer häufiger Anwendung. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Methoden und Techniken, die beim agilen Projektmanagement verwendet werden können. Diese sollten allerdings bedacht und in der richtigen Reihenfolge genutzt werden. Ansonsten kann die Produktivität des Unternehmens leiden und das Potenzial der agilen Vorgehensweise nicht vollständig ausgeschöpft werden.

  • Agiles Projektmanagement Definition: Was bedeutet Agilität in Projekten?
  • Welche Phasen es im agilen Projektmanagement gibt
  • Mit Tools und Techniken das agile Projektmanagement im Unternehmen einführen
  • Für jede Situation die passende agile Projektmanagement Methode wählen
  • Wann eignen sich die Methoden für das agile Projektmanagement?
Agiles Projektmanagement

Agiles Projektmanagement Definition: Was bedeutet Agilität in Projekten?

Agilität impliziert eine flexible und schnelle Arbeitsweise. Es steht für Geschicklichkeit und Anpassungsfähigkeit. Das agile Projektmanagement zeichnet sich dadurch aus, dass es keiner festgelegten Struktur folgt, sondern stets angepasst und verändert wird. Es basiert auf den vier agilen Werten und den 12 agilen Prinzipien. Diese wurden im agilen Manifest definiert:

  • Menschen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge.
  • Eine funktionierende Software ist wichtiger als eine ausführliche Dokumentation.
  • Die Zusammenarbeit mit Kunden ist wichtiger als vertragliche Verhandlungen.
  • Die produktive Reaktion auf Veränderungen ist wichtiger als das Festhalten an einem starren Plan.

Die 12 agilen Prinzipien unterstützen diese vier Werte. Sie beschreiben die Grundsätze oder auch Spielregeln, nach denen ein Unternehmen handelt.

Wie sich klassisches vom agilen Projektmanagement unterscheidet

Sowohl das klassische als auch das agile Projektmanagement zeichnen sich durch verschiedene Ansätze, Denkweisen, Werte sowie Vor- und Nachteile aus.

Klassisches Projektmanagement:

  • Im klassischen Projektmanagement wird der Inhalt als festes Ziel definiert. Die Faktoren Kosten und Zeit hingegen sind variabel.
  • Es werden strikt vorgegebene Prozesse definiert, wie mit anstehenden Veränderungen des Projektes umgegangen wird.
  • Die Projektteams planen in langer Frist.
  • Während des Projektes hält das Projektteam kaum Kontakt zu Stakeholder.
  • Es herrscht eine ausführliche Anforderungsdokumentation, meist in Form von Use Cases.
  • Das Ziel des klassischen Projektmanagements ist die Erfüllung der zu Beginn dokumentierten Kundenanforderungen und die strikte Einhaltung der erstellten Pläne.
  • Das klassische Projektmanagement folgt einem linearen Prozess, von dem grundsätzlich nicht abgewichen wird.
  • Die Anweisungen und Vorgaben erfolgen top-down.
  • Es herrscht eine strengere hierarchische Struktur.

Das klassische Projektmanagement eignet sich vor allem für Teams, die eine Anleitung und führende Hand benötigen und nicht voll autonom arbeiten können oder möchten. Es eignet sich wiederum nicht für Projekte, die unklare Anforderungen aufweisen.

Ein großer Vorteil dieses Ansatzes ist die hohe Stabilität. Zudem können die anfallenden Kosten sowie die benötigten Ressourcen bereits im Vorfeld definiert werden. Ferner unterstützt ein festgelegter Endtermin die weitere Planung. Das klassische Projektmanagement bietet zudem den Vorteil, dass es mit Techniken und Methoden des agilen Projektmanagements kombiniert werden kann. Als Nachteil weist sich die fehlende Flexibilität aus. Außerdem bedeutet eine unvorhergesehene Änderung einen großen Aufwand, der wiederum zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen führen kann. Diese Verzögerungen können nur schlecht kompensiert werden, da nach einem strengen Zeitplan gearbeitet wird und der Endtermin zwingend eingehalten werden muss.

Agiles Projektmanagement:

  • Im agilen Projektmanagement werden die Faktoren Kosten und Zeit als fix angesehen. Der Inhalt hingegen ist variabel. Die detaillierten Anforderungen an das Endergebnis ergeben sich erst im Laufe des Projektes.
  • Mit Veränderungen während des Projektes wird von Beginn an gerechnet. Dementsprechend herrscht ein vereinfachter Umgang mit anstehenden Änderungen des Projektes.
  • Das agile Projektmanagement erfolgt in kurzen, iterativen Zyklen. Hierfür werden am Ende jedes Zyklus die vorläufigen Ergebnisse präsentiert und anschließend überarbeitet.
  • Das regelmäßige Einholen von Feedback seitens der Stakeholder ist essenziell im agilen Projektmanagement.
  • Es gibt lediglich eine schlanke Anforderungsdokumentation in Form eines Backlogs.
  • Der Fokus im agilen Projektmanagement liegt auf kleinen Entwicklungsteams, die eng zusammenarbeiten.
  • Es herrscht ein bottom-up getriebenes Management.
  • Ein weiterer Kernfaktor im agilen Projektmanagement ist die schlanke Organisation

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    Ein agiles Projektmanagement eignet sich, wenn die Mitarbeiter dazu bereit sind, mit einer hohen Disziplin und Eigenverantwortung zu arbeiten. Vorteile des agilen Projektmanagements sind das hohe Maß an Flexibilität und die Passgenauigkeit auf die Anforderungen der Kunden und Stakeholder. Das Projektteam wird bei diesem Ansatz stark gefordert und gefördert. Zudem können auftretende Probleme und Veränderungen schnell erkannt und behoben werden. Dies spart Zeit und damit auch Kosten und Ressourcen. Nachteile ergeben sich durch die geringe Vorhersehbarkeit für die finale Lösung und eine sehr hohe Kommunikationsintensität. Das Projektteam muss sich dazu bereit erklären, autonom und mit einem hohen Maß an Selbstständigkeit und Disziplin zu arbeiten. 

    Die Mischung macht’s – Hybrides Projektmanagement:

    • Das hybride Projektmanagement geht davon aus, dass auch agiles Projektmanagementeinen definierten Rahmen benötigt. Diese Mischform vereint dementsprechend Aspekte von beiden Ansätzen.
    • Die Mischform ist gekennzeichnet durch agile Prinzipien und Werte, die in einem festen organisatorischen Rahmen durchgeführt werden.
    • Die Ziele ähneln stark denjenigen des agilen Projektmanagements.
    • Auf Veränderungen wird effizient und proaktiv reagiert.
    • Ziel des hybriden Projektmanagements ist es, die Schwächen beider Ansätze zu überwinden und von den jeweiligen Stärken zu profitieren.
    PDCA cycle

    Welche Phasen es im agilen Projektmanagement gibt

    Ein Projekt wird grundsätzlich in unterschiedliche Phasen eingeteilt. Für das agile Projektmanagement bietet sich der PDCA-Zyklus an. Die Abkürzung steht für Plan-Do-Act-Check. In einem ersten Schritt, dem Plan, werden die Ziele definiert. Hierfür wird der Ist-Zustand genauer untersucht und mögliche Verbesserungen evaluiert. Der zweite Schritt Do beschreibt die eigentliche Umsetzung des Projektes. Es wird getestet und untersucht, ob die gewählte Strategie, die zur Zielerreichung führen soll, geeignet ist. Im dritten Schritt Check werden die laufenden Ergebnisse analysiert und ausgewertet. Wird die Strategie als sinnvoll erachtet, kann sie im letzten Schritt Act auf das Gesamtprojekt ausgeweitet und angewendet werden.

    Mit Tools und Techniken das agile Projektmanagement im Unternehmen einführen

    Möchte ein Unternehmen seine Unternehmensstruktur und Vorgehensweise grundlegend auf den agilen Ansatz umorientieren, bietet sich folgendes Vorgehen an: In einem ersten Schritt werden agile Techniken und Tools in den Arbeitsalltag integriert. Dies geschieht meist ohne großen zeitlichen Aufwand. Diese Tools stellen den Ausgangspunkt dar, um ein agiles Mindset innerhalb des Unternehmens zu etablieren. Kann dies erfolgreich umgesetzt werden, können für das agile Projektmanagement ausgewählte Methoden ihren Einsatz finden.

    Ist das agile Mindset bereits in einem Unternehmen etabliert, können auch direkt die Methoden für das agile Projektmanagement angewandt werden.

    Diese Tools eignen sich für den Einstieg in das agile Projektmanagement:

    • Task Board: Ein Task Board bietet eine Übersicht über aktuell anstehende Aufgaben. Es dient als visuelles Hilfsmittel und unterstützt bei der Organisation. Das bekannteste Beispiel eines Task Boards ist das Kanban Board. Bei dem Kanban Board werden die Unternehmensprozesse mithilfe von verschiedenen Spalten auf einem Task Board visualisiert. Die anfallenden Aufgaben bewegen sich von links nach rechts, bis sie vollständig abgeschlossen sind. Die Spalten werden oft mit den Bezeichnungen To Do, In Progress und Done versehen. In Kombination mit dem Tool der Retrospektive kann der Prozess ständig hinterfragt und systematisch verbessert werden. Mit regelmäßigen Standup Meetings kann sich das Projektteam über die erreichten Fortschritte, Erfolge und Misserfolge sowie das weitere Vorgehen austauschen und gegenseitig Feedback einholen. Ein Kanban Board kann sowohl physischer als auch digitaler Natur sein. Die Vorteile eines solchen Task Boards sind die transparente Übersicht anfallender Aufgaben und der rege Austausch über die Arbeitsstände. Zudem können Hürden bei der Erledigung von Aufgaben gemeinsam erkannt und beseitigt werden. Als Nachteile können der fehlende zeitliche Aspekt und die nötige Aufgliederung des Projekts in Teilaufgaben genannt werden.
    • Daily Standup Meetings: Die Daily Standup Meetings, auch effiziente Statusmeetings genannt, finden täglich im Stehen statt. In weniger als 15 Minuten wird alles Aktuelle kurz und knapp besprochen. Die Teammitglieder schildern kurz ihre derzeitigen Aufgaben und Fortschritt. In dem zwanglosen Rahmen können Hürden adressiert und Hilfe eingefordert werden. Dieses Tool lässt sich gut mit einem Kanban Board kombinieren, um die Aufgaben des agilen Projektmanagements zu visualisieren. Vorteile dieses Tools sind der engmaschige Austausch zwischen den Mitarbeitern und der Führungsebene, die transparente Verteilung der Aufgaben, die effiziente Problemlösung und ein rasches Onboarding. Das Tool eignet sich für allem für Teams, die eng miteinander zusammenarbeiten.
    • Work in Progress Limits: Um die Produktivität eines Unternehmens so hoch wie möglich zu wahren, werden Work in Progress Limits (WIP Limits) eingeführt. Diese definieren eine maximale Anzahl an parallel zu bearbeitenden Aufgaben. In Kombination mit dem Kanban Board beispielsweise kann eine maximale Anzahl an Aufgabenzeilen festgelegt werden, die keinesfalls überschritten werden darf.
    • Timeboxing: Für bestimmte Aktivitäten oder Aufgaben innerhalb des agilen Projektmanagements werden feste Zeiten definiert. Dies kann beim Daily Standup Meetingdie maximale Dauer von 15 Minuten sein oder die Dauer von zwei Wochen bei einem SCRUM-Sprint. Ziel dieses Tools ist die Minimierung des Zeitverlustes. Es wird dem Unternehmen selbst überlassen, welche Zeitspanne gewählt wird.
    • Definition of Done: Beim Definition of Done (DoD) wird klar festgelegt, wann eine Aufgabe als Done bezeichnet werden kann. Das kann beispielsweise anhand einer zuvor angelegten Kriterienliste sein. Um die Aufgabe als Done einstufen zu können, müssen alle Kriterien auf der Liste erfüllt sein.
    • Business Value: Die einzelnen Aufgaben werden hinsichtlich ihres Values bewertet. Dies hilft dabei, den Kundennutzen greifbar und messbar zu machen. Zudem lassen sich die Aufgaben besser priorisieren.
    • Retrospektive: Am Ende einer Timebox – beispielsweise am letzten Tag der Arbeitswoche – findet eine Retrospektive statt. Diese dauert in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten. Während dieser Zeit werden drei Fragen zum aktuellen Projekt besprochen: Was hat gut funktioniert und kann so fortgeführt werden? Was hat nicht gut funktioniert und muss verändert werden? Welche Ziele werden für die nächste Timebox gesetzt?
    • User Stories: Mit diesem Tool können Anforderungen beziehungsweise Bedürfnisse aus Sicht des Kunden festgehalten werden. Diese werden in Umgangssprache formuliert, um ein möglichst realistisches Bild zu erhalten, was der Kunde benötigt. Dabei beantwortet eine User Story die Fragen: Wer (Kunde) möchte was (Funktion) und warum (Wert)?
    Agiles Projektmanagement

    Für jede Situation die passende agile Projektmanagement Methode wählen

    Es gibt eine Vielzahl an Methoden, die für ein agiles Projektmanagement verwendet werden können. Diese basieren grundsätzlich alle auf dem agilen Mindset, unterscheiden sich jedoch in Art und Weise der Durchführung. Zudem eignet sich eine Methode nicht für jedes Vorhaben, welches im Unternehmen umgesetzt werden soll.

    Methoden für Projekte:

    • Scrum: Die Methode Scrum ist wohl die bekannteste Vorgehensweise für das agile Projektmanagement. Wird ein Projekt nach Scrum durchgeführt, gilt es einiges zu beachten. Der Projektzyklus ist sowohl iterativ als auch inkrementell. Der Ablauf zur Durchführung des Projektes ist vorgegeben. Zu Beginn werden ein grobes Ziel definiert sowie Kosten und Zeit festgelegt. Darauf basierend erstellt der Product Owner ein Product Backlog. Der Product Owner ist verantwortlich für die Entwicklung des Projektes. Zudem bildet er die Schnittstelle zwischen dem Projektteam und den Stakeholder. Ein Product Backlog beinhaltet die groben Produktanforderungen und kann jederzeit auf veränderte Bedürfnisse angepasst werden. In den anschließenden kurzen, zeitlich definierten Sprints wird versucht, die im Sprint Backlogdefinierten Ziele zu erreichen. Innerhalb eines Sprints, der oft nur mehrere Tage dauert, gibt es tägliche Standup Meetings. Am Ende eines Sprints wird Feedback seitens der Stakeholder eingeholt. Anhand dessen können Veränderungen am Produkt vorgenommen, der Product und Sprint Backlog überarbeitet werden und ein weiterer Sprint stattfinden. Dieses Vorgehen wird so lange durchgeführt, bis alle Anforderungen erfüllt und das Endergebnis fertiggestellt ist.
      Neben dem Product Owner spielen das Entwicklungsteam sowie der Scrum Master eine essenzielle Rolle. Ersteres setzt die vom Product Owner definierten Produktanforderungen um, während zweiterer das gesamte Team unterstützt.
      Die Methode eignet sich für Projekte, die umfangreich sind und eine komplexe Strukturaufweisen. Die wenigen Regeln, die gelten, sind leicht verständlich und schnell einzuführen. Es herrschen kurze Kommunikationswege als auch ein hohes Maß an Flexibilität.
      Es fehlt allerdings an einem Gesamtüberblick sowie konkreten Handlungsempfehlungen.
    • Extreme Programming: Das Extreme Programming ist wohl die radikalste Variante des agilen Projektmanagements und findet primär in der Softwareentwicklung Anwendung. Wie bei der Methode Scrum besteht auch das Extreme Programming aus vielen kurzen, interaktiven Arbeitszyklen. Die Methode ist ebenfalls auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet. Anders als bei Scrum hat Extreme Programming allerdings seine Grenzen. Wenn sich die Anforderungen und Bedürfnisse der Kunden rasch und häufig ändern, ist diese Methode weniger geeignet.
      Die Methode Extreme Programming setzt auf Unternehmenswerte wie die ständige Kommunikation untereinander, die Einfachheit der angestrebten Lösung, das feinstufige Einholen von Feedback, den nötigen Mut sowie ein respektvoller Umgang im Team. Die daraus resultierenden Vorteile sind ein enger Kundenkontakt und eine stabile Software aufgrund ständiger Tests und Anpassungen. Zudem wird die Fehleranfälligkeit minimiert. Nachteile resultieren aus einem hohen Arbeits- und Zeitaufwand, relativ hohen Kosten und der nötigen Selbstdisziplin.

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    Methoden für Produkte:

    • Design Thinking: Design Thinking ist ein äußerst kreativer und innovativer Ansatz des agilen Projektmanagements. Die Methode wird verwendet, um innovative Ideen zu entwickeln. In verschiedenen Phasen wird versucht, das Problem zu beobachten und zu verstehen und darauf basierend viele Ideen zu potenziellen Lösungen zu generieren. Anschließend werden Prototypen erstellt, getestet und optimiert. Wie bei der vorangegangenen Methode Extreme Programming steht auch beim Design Thinking der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt.
      Die Methode Design Thinking ist für jeden geeignet, der auf unkonventionelle Art Ideen und Innovationen generieren möchte. Voraussetzungen für einen erfolgreichen Prozess sind ein diverses Team mit fachübergreifendem Know-how sowie ein Verständnis für kreatives Denken. Vorteile sind ein nutzerzentriertes Vorgehen sowie die Verkürzung langwieriger Prozesse. Als Nachteile können die organisatorischen Rahmenbedingungen und die fehlende Ergebnissicherheit genannt werden.
    • Empathy Map: Eine Empathy Map dient als Ausgangspunkt für anstehende Produktentwicklungen. Die Methode wird als dahingehend verwendet, um eine bestimmte Kundengruppe besser zu verstehen. Dafür wird versucht, die Gedanken, die Gefühle und die Wahrnehmung einer Zielgruppe genau zu erfassen. Oftmals wird eine Empathy Map in die Sparten Sehen, Hören, Handeln, Denken & Fühlen sowie Pains & Gains eingeteilt. Bestenfalls wird eine Empathy Map in einer größeren Gruppe erstellt, damit eine breite Einschätzung erfolgen kann. Die einzelnen Begriffe beziehungsweise Assoziationen können mit Post-Its gesammelt und diskutiert werden.
      Anhand der Empathy Map können gezielte Angebote erstellt beziehungsweise das bestehende Angebot optimiert werden. Diese Methode für das agile Projektmanagement hilft, einen emotionalen Eindruck einer Zielgruppe zu erhalten. Im Vergleich zu anderen Methoden gibt es keinen vorgegebenen Ablauf. Die Methode wirkt unterstützend, stellt aber keinen Ersatz für eine Marktrecherche dar.
    • MVP’s: Bei der Entwicklung eines neuen Produktes spielen MVP’s eine essenzielle Rolle. Die Abkürzung steht für Minimum Viable Product und beinhaltet die Mindestanforderungen, die ein neues Produkt aufweisen muss. Es geht nicht darum, ein Produkt über einen längeren Zeitraum vollständig entwickelt zu haben, um es erst anschließend den Kunden beziehungsweise den Stakeholder vorzustellen. Vielmehr werden die Stakeholder von Beginn an in den Prozess eingebunden, um das MVP mehrmals zu testen. Anhand dessen können die Anforderungen des Kunden aufgenommen und umgesetzt werden. Dies spart Zeit und Kosten. Zudem wird die Realisierbarkeit des Produktes schnell geprüft. Ein mögliches Risiko besteht in der endlosen Durchführung von Tests und Entwicklungszyklen. Zudem muss das Verständnis dafür geschaffen werden, dass erst einmal kein fertiges Produkt am Markt vorgestellt wird, sondern lediglich die Grundfunktionen enthalten sind. Es wird dementsprechend eine große Vorstellungskraft seitens des Projektteams, aber auch der Stakeholder erwartet.
    • Value Proposition Design: Ähnlich wie die Empathy Map beinhaltet das Value Proposition Design die Bedürfnisse, Ängste und Aufgaben des Kunden. Auf Basis dessen können angepasste Value Propositions, Dienstleistungen sowie Produkte entwickelt werden. Das Value Proposition Design, auch Value Proposition Canvas genannt, umfasst sechs verschiedene Kategorien, die in zwei Gruppen unterteilt werden: Die Value Proposition sowie die Customer Segments. In der Value Proposition spielen die Faktoren Produkte & Services, Pain Relievers und Gain Creators eine Rolle. Ihnen gegenüber stehen die Customer Jobs, die Pains und die Gains der Kunden.
      In einem ersten Schritt wird das Kundensegment ausgefüllt. Darauf basierend kann das Leistungsversprechen formuliert werden. Ziel ist es, dass das erstellte Nutzenversprechen die Bedürfnisse des Kunden erfüllt, das wäre der sogenannte Problem Solution Fit.
      Im besten Fall wird das Value Proposition Canvas auf einem Flipchart aufgezeichnet und mit Post-Its gefüllt. Dies kann gut in einer mittelgroßen Gruppe geschehen. Das Value Proposition Canvas ist leicht und intuitiv verständlich. Die Visualisierung ist am Kunden orientiert und macht Zusammenhänge ersichtlich. Es ist auf der anderen Seite ein vereinfachtes Modell, bei dem nicht alle Aspekte mit einbezogen werden. So fehlen beispielsweise die Aspekte der Konkurrenz, der herrschenden Trends oder der direkten Umwelt.
    Agiles Projektmanagement

    Methoden für Innovationen:

    • Design Thinking: Wenn ein Unternehmen beispielsweise ein Produkt oder eine Dienstleistung innovieren möchte, bietet sich die Methode Design Thinking ebenfalls an.
    • Value Proposition Design: Ähnlich wie das Design Thinking bietet sich auch das Value Proposition Design sowohl für Produkte als auch für Innovationen an.
    • Business Model Generator: Das Value Proposition Canvas geht Hand in Hand mit dem Business Modell Generator und ist eines der bekanntesten Methoden des agilen Projektmanagements. Der BMG wird in neun unterschiedliche Kategorien eingeteilt, wobei zwei davon die Kategorien Value Proposition und Customer Segments aus dem VPC sind. Daneben werden die Kategorien Infrastruktur, Angebot und Finanzen abgedeckt. Anhand der neun Kategorien wird das Geschäftsmodell modelliert und visualisiert. Ähnlich wie beim VPC bietet es sich an, den Business Model Generator entweder physisch auf einem Flipchart oder digital zu verwenden und mit Post-Its auszufüllen. Mit der Visualisierung des herrschenden Geschäftsmodells können Verbesserungspotenziale entwickelt werden.
      Der Business Model Generator ist stark kundenbezogen. Weitere Vorteile resultieren aus dem einfachen Aufbau und der übersichtlichen Darstellung. Die Abhängigkeiten innerhalb des Geschäftsmodells werden aufgedeckt und das Projektteam entwickelt ein gemeinsames Verständnis vom aktuell herrschenden Geschäftsmodell. Als Kritikpunkte werden die oberflächliche Betrachtungsweise sowie das Fehlen mehrere Bereiche (wie die Marktanalyse) genannt. Zudem ist – ähnlich wie beim Value Proposition Canvas – eine Abgrenzung zwischen den Kategorien oftmals nur schwer möglich.
    • Lean Startup: Die Lean Startup Methode ist eine übergreifende Methode des agilen Projektmanagements. Es kommt häufig dann zur Anwendung, wenn ein Unternehmen neu gegründet wird. Ein Startup, welches nach dem Lean Prinzip agiert, ist großer Unsicherheit ausgesetzt. Es hat sich das Ziel gesetzt, etwas Neues zu schaffen. Eine schnelle Produktentwicklung, die nah am Kunden orientiert ist und von Kundenfeedback lebt, ist Kern der Methode. Alternativ kann die Methode Lean Startup auch für die Umsetzung von neuen Geschäftsideen verwendet werden.
      Die Methode basiert auf dem Zyklus Build Measure Learn. In der ersten Phase Build werden Prototypen oder Minimum Viable Products erstellt und an Kunden getestet. Die zweite Phase Measure visualisiert die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Tests. In der dritten Phase Learn werden die Erkenntnisse analysiert und Anpassungen am Prototypen vorgenommen. Dieser Zyklus ist wie alle Methoden des agilen Projektmanagements iterativ.
      Vorteile dieser Herangehensweise sind wiederum die starke Orientierung am Kunden und der kontinuierliche Verbesserungsprozess. Allerdings benötigt es ein hohes Maß an Überzeugung und Mut, nach diesem Prinzip zu agieren.
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    Wann eignen sich die Methoden für das agile Projektmanagement?

    Eine agile Vorgehensweise ist nicht für jedes Vorhaben innerhalb eines Unternehmens gleich gut geeignet. Die Methoden des agilen Projektmanagements können angewandt werden, wenn das Endergebnis nicht zu 100 Prozent vorherzusehen ist. Das Unternehmen sollte sich zudem bewusst sein, dass unvorhergesehene Veränderungen auftreten werden. Eine hohe Komplexitätsowie ein relativ langer Zeithorizont sind gefordert. Die Stakeholder sollen in den gesamten Prozess eng mit einbezogen werden – dies muss sowohl für das Unternehmen, das agierende Projektteam als auch die Stakeholder in Ordnung sein. Die agile Vorgehensweise eignet sich ferner für Branchen, die von einer raschen Disruption geprägt sind.

    Die Methoden des agilen Projektmanagements sind nur dann erfolgreich, wenn das richtige Vorgehensmodell gewählt wird. Dies kann anhand der erfolgten Einteilung ausgewählt werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Methode der Zielsetzung entspricht, die Aufgabenstellung korrekt beschreibt und zur Ausgangslage des Unternehmens passt. Es kann zudem durchaus vorkommen, dass eine Methodik nicht in der Reinform angewendet werden können. So können auch lediglich Aspekte eines Modells verwendet werden, um davon profitieren zu können. Gerade wenn das Unternehmen bisher nicht oder nur selten mit agilen Vorgehensweisen gearbeitet hat, bietet sich eine langsame und stetige Einführung von agilen Tools, Techniken und Methoden an. So wird das Verständnis für das agile Mindset geschaffen und möglichen Widerständen entgegengewirkt.

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