Agile Entwicklungsmethoden in Unternehmen: So können Teams agil zusammenarbeiten

Agile Entwicklungsmethoden in Unternehmen

„Agiles Arbeiten“ ist einer der größten Trend-Begriffe der letzten Jahre. Eine schnelllebige und digitale Welt erfordert von Unternehmen flexible, digitale und schnelle Lösungen, um weiterhin Erfolg am Markt erzielen zu können. Konservative Unternehmensstrukturen können in diesem Umfeld hinderlich sein – festgefahrene Prozesse und wenig flexible Strukturen sorgen dafür, dass Entwicklungen und Produkte nicht schnell genug an die Anforderungen der Kund:innen angepasst werden können. Agile Entwicklungsmethoden sollen dafür sorgen, dass Unternehmen in der digitalen Welt mithalten und sich flexibel an ihre Kund:innen anpassen können. Wie das funktioniert und welche Methoden und Werkzeuge für agiles Arbeiten es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

  • Was bedeutet überhaupt agiles Arbeiten?
  • Welche Vorteile bringen agile Entwicklungsmethoden mit sich?
  • In welchen Bereichen können agile Methoden eingesetzt werden?
  • Agile Methoden und Werkzeuge – wo liegt der Unterschied?
  • Klassische agile Werkzeuge und ihre Anwendung
  • Welche agilen Methoden gibt es?
  • Servant Leadership – Agile Methoden in der Führung
  • Wie können Unternehmen die richtigen agilen Entwicklungsmethoden auswählen?
  • Agile Entwicklungsmethoden richtig einsetzen und Erfolge steigern
Was bedeutet überhaupt agiles Arbeiten?

Was bedeutet überhaupt agiles Arbeiten?

Teams und Unternehmen, die agil arbeiten, möchten sich damit an die sich schnell verändernden Gegebenheiten in der Arbeitswelt anpassen können. Entstanden ist der Begriff bereits 2001, während einige Softwareentwickler in den USA nach Möglichkeiten zur Optimierung ihrer Arbeitsweisen suchten. Entstanden ist bei dieser Zusammenkunft das Agile Manifest, das vier Werte klar definiert, um die Softwareentwicklung zu verbessern. Denn gerade in dieser Branche waren ständige Neuerungen schon vor 20 Jahren an der Tagesordnung und alles, was gestern entwickelt wurde, war morgen schon wieder veraltet. Die vier Werte wurden demnach wie folgt definiert:

  • Interaktionen und Individuen sind wichtiger als Werkzeuge und Prozesse.
  • Funktionierende Software hat Vorrang vor vollständiger Dokumentation.
  • Tatsächliche Zusammenarbeit mit Kund:innen geht vor Vertragsverhandlungen.
  • Schnelle Reaktion auf Veränderungen hat Vorrang vor dem Befolgen des Plans.

Was auf den ersten Blick aussehen mag, als würde eine solche Arbeit mehr Chaos als Nutzen verursachen, ist bei näherer Betrachtung eine vollständig neue Herangehensweise an Produktentwicklungen und Projektarbeit. Während viele Jahre lang vor Projektbeginn alles bis ins kleinste Detail geplant werden musste, verfolgt Agilität einen anderen Ansatz: Die Tatsächliche Entwicklung und die Anpassung an geänderte Bedingungen hat Vorrang vor allem anderen. Das soll nicht bedeuten, dass Verträge nicht vollständig verhandelt werden sollen, Pläne nie eingehalten oder Arbeit nicht dokumentiert werden soll – es geht mehr darum, die Prioritäten neu zu setzen. Die umfassende Dokumentation zum Beispiel soll schlicht und einfach der Entwicklung selbst nicht im Weg stehen. Agile Methoden sind demnach ein Denkanstoß, starre und veraltete Prozesse zu überdenken und flexibler und schneller zu werden.

Welche Vorteile bringen agile

Welche Vorteile bringen agile Entwicklungsmethoden mit sich?

Werden Produkte agil entwickelt oder erfolgt die Projektarbeit nach agilen Methoden, ergeben sich zahlreiche Vorteile – sowohl für Teams als auch für Kund:innen.

  • Schneller Projektstart & schnellere Markteinführung: Da in der agilen Entwicklung nicht alle Projektdetails zu Beginn festgelegt werden müssen, kann der Start sehr zeitnah erfolgen. Gleichzeitig ist die Markteinführung durch kürzere Entwicklungszyklen ebenfalls schneller möglich – im Falle von Software können auch Teilentwicklungen veröffentlicht werden.
  • Organisierte Arbeit: Durch viele Abstimmungen mit den Kund:innen, kleine Arbeitsgruppen und agile Werkzeuge kann die Arbeit im agilen Umfeld oft organisierter und effektiver erfolgen als in konservativem Arbeitsumfeld. Die Ergebnisse sind schnellere Erfolge und abgestimmtere Prozesse.
  • Regelmäßiges Kundenfeedback: Kurze Arbeitszyklen sorgen dafür, dass Kund:innen immer wieder in die Arbeit eingebunden werden und ihr Feedback zu Teilentwicklungen abgeben können. So können kleinere Verbesserungen direkt umgesetzt werden – große Überarbeitungen, bei denen Teams nach Monaten wieder an ihre Arbeit anknüpfen müssen, gehören damit der Vergangenheit an.
  • Steigerung der Qualität: Ein großer Vorteil am agilen Arbeiten ist das regelmäßige Testen der bisherigen Arbeit. Nach jedem Arbeitszyklus wird das Produkt getestet – anders als bei herkömmlicher Projektarbeit, in der erst dann Tests durchgeführt werden, wenn das Produkt bereits vollständig entwickelt ist. Durch die konstante Überprüfung der Arbeit steigt die gesamte Qualität.
  • Steigerung der Kundenzufriedenheit: Die meisten Kund:innen wünschen sich transparente Arbeit von ihren Dienstleister:innen und freuen sich über die Integration in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse. Kund:innen, die ihr Produkt aktiv mitgestalten können, sind am Ende zufriedener mit der Arbeit – und die Kundenzufriedenheit steht schließlich an oberster Stelle.
  • Effektive Kommunikation: Wer agil arbeiten möchte, muss im ersten Schritt lernen, effektiv zu kommunizieren. Festgefahrene Rollen sind nicht länger möglich – vielmehr werden je nach Projekt cross-funktionale Teams gebildet, die gemeinsam an einer Kundenentwicklung arbeiten müssen. Abstimmungen erfolgen in entsprechenden Meetings.

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In welchen Bereichen können agile Methoden eingesetzt werden?

Entwickelt wurden agile Methoden zur Anwendung in der Softwareentwicklung. Da die Arbeitswelt jedoch inzwischen auch in zahlreichen anderen Branchen und Abteilungen so schnelllebig geworden ist, wurde die Anwendung agiler Methoden und Werkzeuge bereits vor einigen Jahren auch in anderen Bereichen etabliert.

Produktentwicklung

Die Produktentwicklung ist das Anwendungsgebiet, das am meisten Ähnlichkeit zur Softwareentwicklung hat. Agile Methoden werden selbstverständlich auch zur Entwicklung neuer Programme weiterhin angewendet, aber inzwischen auch für die Entwicklung digitaler Dienstleistungen oder physischer Produkte. Die Arbeitszyklen unterstützen das Team dabei, sich kleine Ziele zu setzen und bisherige Arbeiten immer wieder zu reflektieren. Agile Produktentwicklung lebt von kurzen Planungs- und Entwicklungszyklen, die sich immer wieder wiederholen, bis schließlich ein finales Produkt entstanden ist. Zunächst wird so ein Plan für die erste Version erarbeitet, dieser Plan wird nach Tests mit der ersten Version nach und nach angepasst, bis alle Faktoren stimmig sind und das Produkt ausgeliefert werden kann. 

Projektarbeit

Auch im Projektmanagement werden inzwischen in zahlreichen Unternehmen agile Methoden eingesetzt. Nicht nur in der Entwicklung, sondern in der grundsätzlichen Zusammenarbeit innerhalb von Teams sollen agile Methoden für mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sorgen. Gleichzeitig sollen alle Mitarbeiter:innen für jedes Projekt einen guten Überblick über den aktuellen Stand und die noch zu bearbeitenden Aufgaben haben. Es gilt auch hier, nicht an starren Strukturen festzuhalten, sondern Prozesse so anzupassen, dass alle Arbeitsschritte nahtlos ineinander übergehen können – so können Workflows vereinfacht und Ressourcen gespart werden.

Unternehmensorganisation

Inzwischen organisieren sich zum Teil bereits ganze Unternehmen agil. Praktisch möglich ist das durch die Einführung einer oder mehrerer agiler Methoden und Werkzeuge, an denen sich alle Abteilungen und Mitarbeiter:innen orientieren sollen. Das Handwerk ist an dieser Stelle jedoch die kleinere Herausforderung: Agile Organisationen müssen sich besonders stark auf alle Mitglieder dieser Organisation verlassen können. Alle Mitarbeiter:innen sollten das agile Mindset verinnerlicht haben und über eine starke intrinsische Motivation verfügen. Selbstverantwortung, Austausch und effektive Kommunikation sind die wichtigsten Grundlagen für agile Organisationen. Vollständig agile Unternehmen sind in der Regel eher kleinere Unternehmen – oft in der IT-Branche.

Agile Methoden und Werkzeuge – wo liegt der Unterschied?

Agile Methoden und Werkzeuge – wo liegt der Unterschied?

Auch wenn agile Werkzeuge und Methoden eng miteinander verknüpft sind, unterscheiden sie sich in ihrer Anwendung in wichtigen Punkten. Agile Werkzeuge lassen sich ohne Anstrengung in die Arbeit und den Alltag eines Teams integrieren. Ein bekanntes Beispiel für ein agiles Werkzeug ist ein Kanban-Board. Das Board, auf dem anstehende, aktuelle und bearbeitete Aufgaben sortiert werden können, lässt sich in jedem Team etablieren. Agile Werkzeuge sind demnach schnell einsetzbar und können Teams einen ersten Einblick in die agile Arbeit geben. Außerdem hilft ihre Anwendung dabei, die agilen Prinzipien zu verstehen und zu verinnerlichen.

Agile Methoden sind auf der anderen Seite komplexer als agile Werkzeuge. Sie lassen sich als konkrete Prozesse beschreiben, innerhalb derer agile Werkzeuge zum Einsatz kommen. Die Methoden geben demnach den Rahmen für alle Arbeitsschritte und den grundsätzlichen Ablauf an. Sie lassen sich in der Regel deutlich schwieriger in Unternehmen und ihre Prozesse integrieren, da sie ein vollständiges Umdenken aller Teammitglieder erfordern. Um agile Methoden im Unternehmen oder in einzelnen Teams zu etablieren, werden deshalb oft externe Coaches engagiert. Sie leiten die einzelnen Mitarbeiter:innen an und bringen dem Team nach und nach alle wichtigen Prozesse unter Anwendung der passenden agilen Werkzeuge näher.

Klassische agile Werkzeuge und ihre Anwendung

Klassische agile Werkzeuge und ihre Anwendung

Es gibt einige agile Werkzeuge, die inzwischen in zahlreichen Teams Anwendung finden. Sie unterstützen bei der Planung, der Organisation und der Reflexion von Projekten und Arbeitszyklen.

Kanban 

Die Kanban-Methode ist ein beliebtes Mittel, um Prozesse und Arbeitsschritte zu visualisieren. Auch Probleme, die möglicherweise innerhalb der Prozesse bestehen, können so besser analysiert und im Anschluss behoben werden. Ein klassisches Kanban-Board besteht aus drei Spalten: „Angefordert“, „in Bearbeitung“ und „Erledigt“ – trotz dieser simplen Idee können hier auch problemlos komplexe Arbeitsprozesse dargestellt werden. Teams können die einzelnen Spalten so detailliert wie nötig mit Aufgaben füllen und das klassische Board um weitere Arbeitsschritte ergänzen, zum Beispiel um „In Überarbeitung“ oder „Im Kundenfeedback“. In der Regel ist es sinnvoll, auch kleinere Teilaufgaben hier zu vermerken, um einen umfassenden Überblick über alle Arbeitsschritte zu erhalten. Probleme im Workflow lassen sich so schnell visualisieren: Sobald sich in einer der Spalten viele Aufgaben anstauen und schneller neue Aufgaben dazukommen als sie abgearbeitet werden können, gibt es an einer anderen Stelle ein Problem. Es gilt dann zu analysieren, wie dieses Problem behoben werden kann – etwa durch die Umverteilung der Arbeitskraft. Gleichzeitig stellt ein Kanban-Board einen roten Faden für alle Arbeitsprozesse dar. Die Boards sollten nach Möglichkeit so erstellt werden, dass alle Schritte in einer zuvor definierten Zeit abgearbeitet werden können – das muss bereits in der Aufgabenplanung berücksichtigt werden, damit gezwungenes Multi-Tasking vermieden werden kann. Zudem haben alle Teammitglieder durch ein Kanban-Board jederzeit einen umfassenden Überblick über aktuelle Projekte – Meetings zu Statusupdates können dadurch vermieden werden.

Daily-Standup-Meeting

Das Daily-Standup-Meeting ist in der Regel Bestandteil der SCRUM-Methode. Inzwischen wurde dieser Teil jedoch von zahlreichen Unternehmen auch ohne die Einführung von SCRUM adaptiert, um alle Teammitglieder auf den gleichen Stand zu bringen. Das Standup-Meeting dient dazu, die Arbeit aller beteiligten Mitarbeiter:innen aufeinander abzustimmen und damit eine Planung für den Arbeitstag zu erstellen. Ein solches Meeting sollte die Dauer von 15 Minuten nicht überschreiten. So kann sichergestellt werden, dass ausschließlich relevante Punkte thematisiert werden und das Meeting nicht auf weitere Themen ausgeweitet wird, die nur einige Mitarbeiter:innen betreffen und andere damit von der Arbeit abhalten. Außerdem sollten Zeit und Ort des Meetings immer gleichbleiben, damit eine Routine innerhalb des Teams etabliert werden kann. Es gibt drei Fragen, die jede:r Teilnehmer:in beim Daily-Standup-Meeting beantworten soll:

  • Was konnte ich seit dem letzten Meeting bearbeiten?
  • Welche Ziele verfolge ich für den heutigen Tag?
  • Gibt es Herausforderungen, bei denen das Team mich unterstützen kann?

Alle Teammitglieder haben so die Möglichkeit, sich untereinander abzustimmen, ihre Arbeit aneinander anzupassen und so dem zuvor definierten gemeinsamen Ziel einen Schritt näher zu kommen. Dieses Meeting sorgt dafür, dass spontane Meetings zur Abstimmung von Aufgaben unnötig werden oder zumindest nur noch in wenigen Fällen nötig sind. Die Kommunikation wird zudem dadurch verbessert, dass alle Mitglieder lernen müssen, sich kurz zu fassen und die wichtigen Punkte aus dem Meeting herauszufiltern.

Retrospektive

Bei Retrospektiven geht es vor allem darum, aus der Vergangenheit zu lernen. Bei einem Meeting schauen alle Teammitglieder auf einen vergangenen Arbeitszyklus, eine vergangene Woche oder einen Monat zurück und analysieren die Erfolge und Herausforderungen, die es gab. Ein Daumenwert für die Dauer dieses Meetings lautet: eine Stunde Besprechung für eine Woche Arbeit. Wichtig ist, in dieser Zeit zwar über alles Nötige zu sprechen, aber sich dennoch so kurz wie möglich zu halten. Teilnehmen sollten alle Mitarbeiter:innen, die auch an dem Projekt arbeiten, um das es in dem Meeting geht. Eine Retrospektive findet in der Regel in 5 Phasen statt:  

  • Intro: Zuerst gibt es eine kurze Begrüßung, nach der eine Check-In-Frage gestellt wird. Auf diese Frage soll jede:r Teilnehmer:in eine kurze Antwort geben. So ist eine weitere aktive Beteiligung am Meeting wahrscheinlicher.
  • Daten sammeln: In diesem Schritt wird Input von allen Teilnehmenden gesammelt. Hier können Probleme, aber auch Erfolge aus den letzten Arbeitsschritten gesammelt werden. Die Angaben sollten dabei nach Möglichkeit auf belegbaren Daten basieren und nicht auf gefühlten Erfolgen oder Herausforderungen. Auch die Maßnahmen, die in der letzten Retrospektive beschlossen wurden, können hier bewertet werden. Im Anschluss werden alle Meldungen kategorisiert und definiert, welche Kategorien mit welcher Prioriät diskutiert werden sollen.
  • Einsichten gewinnen: In der nächsten Phase sollen die Ursachen und Gründe für die entstandenen Probleme erarbeitet werden. Warum sind die Probleme entstanden, gab es interne oder externe Auslöser dafür?
  • Maßnahmen definieren: Jetzt gilt es, Lösungen für die entstandenen Probleme zu finden. Formuliert werden sollen diese nach Möglichkeit SMART (spezifisch, messbar, assignable, relevant, terminiert).
  • Abschluss: Zum Abschluss der Retrospektive beginnt eine kurze Feedbackrunde zum Meeting selbst – wurde die Zeit sinnvoll genutzt, gibt es Punkte, die beim nächsten Mal anders oder gleich laufen sollten? Was haben die einzelnen Teilnehmenden aus dem Meeting mitgenommen? Diese Feedbackrunde dient vor allem dem:der Moderator:in zur Verbesserung zukünftiger Meetings.
Welche agilen Methoden gibt es?

Welche agilen Methoden gibt es?

Als Arbeitsrahmen, in dem unterschiedliche agile Werkzeuge eingesetzt werden können, können Unternehmen zahlreiche agile Methoden einsetzen. Hier ist es sinnvoll, zuvor schon einmal mit agilen Werkzeugen in Berührung gekommen zu sein, um die grundlegenden Prinzipien bereits kennenzulernen. Je nachdem, für welche Art von Prozessen neue Arbeitsmethoden benötigt werden, eignen sich unterschiedliche agile Methoden. Zwei der bekanntesten Methoden sind die folgenden:

Design Thinking

Bei Design Thinking handelt es sich um eine agile Methode, mit der Innovationen entwickelt werden sollen. Der genaue Anwendungsbereich ist dabei nicht näher definiert, sodass diese Methode sowohl in der Produktentwicklung als auch in der Entwicklung von Dienstleistungen oder Software Anwendung finden kann. Auch in der Organisationsentwicklung kann Design Thinking eingesetzt werden. Die Grundlage dieser Methode ist die Wiederholung verschiedener Phasen, die ein Problem thematisieren und es so unterschiedlich beleuchten sollen, dass daraus schlussendlich eine Innovation – etwa in Form eines neuen Produkts oder einer neuen Dienstleistung – entsteht. In der Umsetzung gibt es zwei übergeordnete Phasen, denen jeweils wiederum 5 einzelne Phasen untergeordnet sind. In der ersten Phase geht es darum, das Problem zu verstehen und ein Gefühl für die Wünsche des anschließenden Kunden zu entwickeln. Die zweite Phase ist dazu da, konkrete Ideen und Prototypen zur Lösung des Problems zu erarbeiten. Im Detail sehen die beiden Phasen wie folgt aus:

Problem und Innovationsraum definieren

  1. Schritt: Definition der Aufgabe bzw. des Problems: Hier soll zunächst die Aufgabenstellung abgegrenzt werden. Das kann ein bestehendes Problem sein, aber auch der Wunsch nach einer Innovation.
  2. Schritt: Verständnis entwickeln: Hier geht es hauptsächlich um eine umfassende Recherche zum Problem. Diese Recherche kann eine klassische Literaturrecherche, die Analyse von Trends oder einem Markt, aber auch das Einholen von Expertenmeinungen umfassen.
  3. Schritt: Innovationsraum definieren: An dieser Stelle soll definiert werden, welche Art von Verbesserung wie erreicht werden soll. Außerdem soll die Zielgruppe definiert und analysiert werden.
  4. Schritt: Hier sollen die tatsächlichen Wünsche der zuvor definierten Zielgruppe analysiert werden. Durch Befragungen oder Interviews lernen die Teammitglieder die Needs besser kennen.
  5. Schritt: Hier wird der Innovationsraum spezifiziert, indem die Erkenntnisse aus den Befragungen zusammengetragen und analysiert werden.

Ideation und Prototyping

Diese Phase ist der eigentliche kreative Prozess der Design Thinking Methode. Die Teilnehmenden arbeiten jetzt an einer innovativen Lösung für das Problem, das sie im ersten Schritt umfassend analysiert haben. In der Regel springt die Arbeit nicht wieder in die erste Phase zurück, sobald diese einmal abgeschlossen ist. Innerhalb der Ideation und Prototyping Phase wiederholen sich jedoch einzelne Schritte immer wieder.

  1. Schritt: Ideation: Hier geht es schlicht und einfach um die Ideenfindung. Durch Brainstorming oder andere Kreativtechniken sollen Vorschläge gesammelt werden, wie das Problem gelöst werden kann. Diese Vorschläge sollen im ersten Schritt nicht bewertet werden – auch unrealistisch erscheinende Ideen können im weiteren Prozess hilfreich sein.
  2. Schritt: Spezifikation: In diesem Schritt werden die bisher gefundenen Ideen kategorisiert und priorisiert werden. Das Team kann sich an dieser Stelle auch in mehrere kleine Teams aufteilen, die jeweils eine der Ideen weiter verfolgen.
  3. & 4. Schritt: Prototyping & Perspektive der Kund:innen: Jetzt sollen erste Prototypen der zuvor definierten Ideen erstellt werden. Wenn es sich um eine Dienstleistung oder einen Prozess handelt, sollen die Ideen visualisiert werden. Diese Visualisierungen werden schließlich der zuvor definierten Zielgruppe zur Bewertung präsentiert.
  4. Schritt: Synthese: An diesem Punkt werden die Feedbacks aus den letzten beiden Schritten gesammelt und analysiert. Schritt 3 und 4 werden regelmäßig wiederholt, bis schließlich ein finaler Prototyp erstellt werden konnte.

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SCRUM

SCRUM ist eine agile Methode, die Mitarbeiter:innen und Kund:innen stärker in alle Arbeitsschritte integrieren soll. Das soll dabei helfen, dass Projektfortschritte oder Produktentwicklungen simpler erreicht oder verbessert werden können. SCRUM kann von unterschiedlichsten Teams und Unternehmen angewendet werden – sowohl große als auch kleine Gruppen profitieren von der Methode. Eine der wichtigsten Grundlagen ist die Rollenverteilung. Es gibt 3 Rollen, die zu Beginn des Prozesses klar definiert sein müssen: der SCRUM-Master, der Product Owner und das Development Team. Die Aufgabe des SCRUM-Masters ist die Einhaltung der festgelegten Prozesse, während der Product Owner die Anforderungen an das Projekt klar definiert. Das Development Team wiederum ist dafür zuständig, die Anforderungen gemeinsam umzusetzen. In der Regel wird ein SCRUM-Projekt in 6 Arbeitsschritte aufgeteilt:

  1. Alle Kundenanforderungen sollen gesammelt und in einem sogenannten Backlog festgehalten werden.
  2. Jetzt wird ein Entwicklungsplan gemeinsam mit dem:der Kund:in erstellt.
  3. Die konkreten Anforderungen für den Prozess der Entwicklung sollen definiert werden.
  4. Das Development Team entwickelt ein Teilprodukt.
  5. Der:Die Kund:in gibt Feedback zum Teilprodukt.
  6. Die Planung wird dem Kundenfeedback angepasst.

Die Schritte 3 – 6 werden jetzt so lange wiederholt, bis das Projekt vom Kunden abgenommen und demnach als abgeschlossen markiert werden kann.

Servant Leadership – Agile Methoden in der Führung

Agile Methoden werden inzwischen nicht mehr nur für die Produktentwicklung oder zur Optimierung von Prozessen und Arbeitsschritten eingesetzt. Auch in der Mitarbeiterführung gibt es einige Ansätze für agiles Führen – Servant Leadership ist eine Methode, die in den letzten Jahren an Ansehen gewonnen hat. Der Grundgedanke dahinter ist, die Mitarbeiterführung an die grundsätzliche Zusammenarbeit anzupassen. Selbstorganisierte Teams, die für die agile Arbeit vorausgesetzt werden, benötigen eine andere Art der Führung als Teams, die in klassischen Strukturen arbeiten. Im Servant Leadership ist die Führungskraft nicht dazu da, Anweisungen zu geben und Mitarbeiter:innen Richtungen für ihre Arbeit vorzugeben – schließlich sind die Teams im Sinne der agilen Arbeit selbst dafür verantwortlich. Vielmehr soll die Führungskraft dafür sorgen, dass alle Teammitglieder über die Ressourcen verfügen, die sie benötigen, um bessere Arbeit leisten zu können. 

Ein gutes Beispiel dafür lässt sich in einem Mitarbeitergespräch finden. In einer klassischen Führungsrolle gibt die Führungskraft den Teammitgliedern vor, welche Weiterbildungen sie im kommenden Jahr absolvieren sollen. Die Gründe dafür liegen in der Regel im unternehmensinternen Bedarf an Spezialisten. Ein Servant Leader hingegen fragt die einzelnen Teammitglieder, welche Weiterbildungen sie sich wünschen oder welches Wissen sie benötigen, um ihre aktuelle Arbeit verbessern zu können. Der Grundgedanke dahinter ist, dass Mitarbeiter:innen selbst besser als die Führungskraft über ihre benötigten Kenntnisse entscheiden können – gerade, wenn sie ohnehin nach einem selbstorganisierten Grundsatz arbeiten.

Wie können Unternehmen die richtigen

Wie können Unternehmen die richtigen agilen Entwicklungsmethoden auswählen?

Welche agilen Methoden die richtigen für Unternehmen sind, ist nicht immer eindeutig. Dadurch, dass agile Arbeit an sich nicht eindeutig definiert ist und es inzwischen unzählige Werkzeuge gibt, fällt die Entscheidung nicht leicht. Viele Unternehmen entscheiden sich für die bekannten Methoden, um mit einem externen Coach zusammenarbeiten zu können, der beispielsweise die wichtigsten Grundsätze von SCRUM im Team etabliert. In vielen Fällen kann es jedoch auch hilfreich sein, erst einmal eines oder mehrere Werkzeuge zu testen, um einen Einblick zu erhalten. So können Teams gemeinsam entscheiden, welche Art der agilen Arbeit sinnvoll ist und für alle funktioniert. Grundsätzlich hilft es, sich an einigen Leitfragen zu orientieren oder sich alternativ externe Beratung zu suchen. Inzwischen gibt es zahlreiche Coaches, die sich auf agiles Arbeiten spezialisiert haben und agile Methoden oder Werkzeuge in Unternehmen etablieren.

An folgenden Leitfragen können Teams sich orientieren:

  • Welches Ziel verfolgen wir?
  • Wie viel Erfahrung besteht bereits mit agilen Werkzeugen und Methoden?
  • Für welche Prozesse sollen agile Methoden eingesetzt werden – Produktentwicklung, Projektarbeit oder Unternehmensorganisation?
  • Soll es eine:n externe:n Berater:in geben?

Agile Entwicklungsmethoden richtig einsetzen und Erfolge steigern

Agile Arbeit und vor allem agile Produktentwicklung zählen zu den größten Trends der letzten Jahre. Die Arbeitswelt reagiert damit auf die schnelllebige Welt, in der wir uns im 21. Jahrhundert befinden. Starre Strukturen und festgefahrene Prozesse führen oft dazu, dass Unternehmen nicht mehr schnell genug auf die zahlreichen Veränderungen reagieren können – agile Methoden und Werkzeuge unterstützen sowohl Unternehmen als auch ihre Kund:innen dabei, effektiver und erfolgreicher zusammenzuarbeiten. Agile Prozesse erlauben mehr Flexibilität, mehr Kommunikation und vor allem mehr Weitsicht als herkömmliche Prozesse. Auch, wenn die Einarbeitung in Methoden wie SCRUM oder Design Thinking zu Beginn komplex ist, lohnt sich die Umstellung sowohl für Unternehmen als auch für die einzelnen Mitarbeiter:innen. Sie profitieren von mehr Eigenverantwortung und mehr Möglichkeiten, sich in Prozesse und Lösungsfindungen einzubringen.

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